auslandSPRACHEN-1

11 Mar 2017 - 20:00
11 Mar 2017 - 23:56
auslandSPRACHEN
 
Lesung und Gespräch mit Anna Hetzer (Deutschland/Polen) und Anna Glazova (Russland/Deutschland). Moderiert von Andrea Schmidt.
 
11. März 2017 - 20:30 Uhr
Geöffnet ab 20.00 Uhr
(Beginn 20:30 Uhr)
Eintritt: 5 EUR
 
Das ausland startet ins neue Jahr mit einer neuen Reihe namens „auslandSPRACHEN“, die mehrsprachige Lesungen, Lyrik in Übersetzung und literarische Übersetzungen in den Mittelpunkt stellt. Mehr Aufmerksamkeit soll dabei der Literatur – vor allem aber der Lyrik – fremdsprachiger Autorinnen und Autoren aus Berlin, aus Deutschland und der Welt geschenkt werden.
 
Am 11. März 2017 diskutieren die beiden Autorinnen Anna Hetzer (Deutschland/Polen) und Anna Glazova (Deutschland/Russland) mit der Verlegerin Andrea Schmidt (Verlagshaus Berlin) über die Vielgestaltigkeit poetischer Positionen jenseits von Klischees kultureller Verortungen: Wie stellen sich aktuelle poetische Landschaften dar, wenn man von Berlin aus ostwärts schaut in Richtung Polen oder Russland – und von dort wieder zurück? Gibt es kulturelle Grenzen oder werden poetische Wechselströme und Interferenzen sichtbar?
 
Die in Berlin lebende Autorin Anna Hetzer nimmt in ihren Gedichten immer wieder Bezug auf ihre polnische Herkunft. Dabei geht es ihr in erster Linie nicht um eine geographische Positionierung, vielmehr entwirft sie metaphorische Parallelen zu Sprache, Land und Leuten. In den Texten von Anna Glazova werden die Begriffe Sein und Nichtsein, Land und Leere auf eine metaphysische Ebene gehoben und wie unter einer Lupe auf ihre Existenzberechtigung untersucht.
Beide Lyrikerinnen verbindet ihre Herkunft und Sprache auf unterschiedliche Weise: Ihre poetischen Ansätze eröffnen faszinierende Einsichten in Zwischenräume. Ihre Lyrik verbindet die literarische Arbeit in Berlin mit den Traditionen ihrer Herkunft. Sie markieren Räume, hinterlassen Leerstellen und werfen mit ihren Texten nicht zuletzt einen persönlichen Blick auf die Verbindung von gegenwärtiger deutschsprachiger und osteuropäischer Lyrik.
 
Die Veranstaltung wird deutsch-russisch simultan übersetzt.
 
ANNA GLAZOVA ist eine russischsprachige Lyrikerin, die seit zwanzig Jahren außerhalb von Russland lebt. Sie hat in den USA mit einer Dissertation über Paul Celans und Ossip Mandelstams Lyrik promoviert und anschließend an etlichen nordamerikanischer Universitäten deutsche und vergleichende Literatur unterrichtet. Seit zwei Jahren lebt sie in Hamburg und beschäftigt sich vor allem mit Übersetzungen aus dem Deutschen und Englischen. Als Lyrikerin hat sie vier Bände publiziert, die in Russland mit prominenten Lyrikpreisen ausgezeichnet wurden. Das fünfte Buch erscheint demnächst in Sankt Petersburg. Ihre Gedichte wurden in viele Sprachen übersetzt. Sie hat außerdem zahlreiche Publikationen zu russischer und deutschen Literatur in russischen und nordamerikanischen Zeitschriften und Essay-Sammlungen publiziert.
 
ANNA HETZER lebt und arbeitet in Berlin, wo sie ein Studium der Medizin, Philosophie und Literatur 2015 abschloss. Ihre Lyrik veröffentlichte sie in mehreren Zeitschriften und Anthologien (zuletzt Lyrik von Jetzt 3 und Lob der mechanischen Ente). Ihr Debütband Zwischen den prasselnden Punkten erschien 2016 im Verlagshaus Berlin. Sie erhielt Einladungen zum Poesiefestival Berlin, zu Leipzig liest und zum Literaturfestival Lemberg. Mit dem Berliner Autorenkollektiv G13 tritt sie im Rahmen von Lyrik-Performances auf.
 
ANDREA SCHMIDT führt seit der Gründung 2005 mit Johannes Frank und Dominik Ziller das Verlagshaus Berlin. Sie studierte Grafik- und Interfacedesign an der Hochschule Anhalt in Dessau. Seit 2000 lebt und arbeitet sie als Typografin und Designerin in Berlin. Als Gastdozentin und -professorin lehrte sie Typografie und Designtheorie u.a. in Potsdam, Berlin und Hangzhou. Andrea Schmidt ist Mitherausgeberin von typoversity 1 +2 (NBVD Hamburg, 2011/2013). Als Illustratorin zeichnet sie für intermediale Projekte, zuletzt zu Die Erbärmlichkeit des Krieges (Verlagshaus Berlin, 2014) und RUNEN (SIC–Literaturverlag Aachen, 2015).
 
Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten