OSTSEEDIALOGE III

26 Apr 2019 - 20:00
26 Apr 2019 - 23:00
Foto links: Graham Hains I Foto rechts: Janis Alver

Lesung mit Ekaterina Vassilieva (Berlin / St. Petersburg) und Joanna Ellmann (Tallinn).
Moderation: Alexander Filyuta

Beginn 20 Uhr I Eintritt: 6€ / ermäßigt 4€

Mare Nostrum Balticae? Etwas wie ein Mittel-Meer ohne Römer!? Die estnische Sprache spielt, so wie das Finnische, eine Sonderrolle zwischen der ansonsten indogermanischen Sprachfamilie am nördlichen Rand deren Ausbreitung, dem Ostseeraum. Sie ist ebenso ein Beispiel für Konsistenz in der Diversität zwischen den germanischen, nordgermanischen, slawischen und den beiden finno-ugrischen Sprachen der Ostseeanrainer. Die Linguistin und Romanschriftstellerin Ekaterina Vassilieva (geb. 1974) trifft die estnische Dichterin Joanna Ellmann (geb. 1988) zu einem poetischen Austausch und spricht mit ihr über den Sprachwandel in der neuesten Geschichte des Baltikums, aber auch über Städte, Wasserstände und aquatischen Topographien. Eine Begegnung zweier Generationen und benachbarter Divergenzen.
 
Eine Kooperationsveranstaltung von auslandSPRACHEN und Forum Mare Balticum e.V.
 

Ekaterina Vassilieva
Geboren 1974 in St. Petersburg (damals Leningrad). Studium der Literaturwissenschaften (1996 – 2002) sowie Promotion (2013) in slavischer Philologie an der Universität zu Köln. Seit 2001 literarische Veröffentlichungen in russischer Sprache. Der Roman Kamertony Grelja (Die Stimmgabeln des Herrn Grell) wurde 2012 für den Buchpreis Der nationale Bestseller nominiert und war auf der Longlist des Russischen Preises. Außerdem wurde er mit dem Preis der Literaturzeitschrift Neva ausgezeichnet. Der nächste Roman Son Germafrodita (Der Schlaf des Hermaphroditos) erschien Ende 2015 und war ebenfalls auf der Liste des Russischen Preises vertreten. Ein Auszug aus diesem Roman ist 2016 in deutscher Übersetzung in der Zeitschrift Variations (Zürich) erschienen. Zwei weitere Auszüge wurden 2018 jeweils in der Anthologie Zerschlagen und im Online-Magazin Stadtsprachen publiziert. 2019 wurde die Stadtsprachen-Publikation in die gedruckte Sonderausgabe Parataxe aufgenommen.

 

Joana Ellmann (geboren in 11.07.1988) ist freie Autorin aus Tallinn, Estland. Sie hat Literaturwissenschaft an der Universität Tartu studiert und sechs Bücher veröffentlicht - fünf Lyriksammlungen, ein Prosagedicht sowie kritische Texte. Als Autorin hat Joanna auch Erfahrung in transdisziplinären Kooperationen, wie z.B. Gedichtaufführungen und Kunstaustellungen. WERKE: Liivaterade lend (Lyrik 2008), Kõrbenud galaktikad (Lyrik 2009), Kriipimisi Kookonist (Lyrik 2010), Sulgunud ruum (Lyrik 2015, mit CD, Musik von Kiwa). Link mit Musik und Lese-/Stimme: http://paranoia.ee/joanna/, Olemise maa (Lyrik 2017), Kõrbest (Prosagedicht 2018).

 

Alexander Filyuta, geboren in Leningrad (UdSSR), studierte Deutsche und Russische Philologie in St. Petersburg und in Berlin. Er ist vor allem als Übersetzer und Kurator tätig. In seiner übersetzerischen und kuratorischen Tätigkeit widmet er sich überwiegend Werken von Autor*innen aus den ehemaligen Staaten des sozialistischen Ostens. Alexander Filyuta ist Mitbegründer des Poesie-Projektes „Lyrik im ausland“ (2010) im Veranstaltungsraum „ausland“ in Prenzlauer Berg sowie Leiter des Projekts „auslandSPRACHEN“ (seit 2017), in dessen Mittelpunkt Lesungen Berliner und internationaler Autor*innen stehen. Er ist Mitinitiator und Kurator der Reihe OSTSEEDIALOGE.

 

Die Veranstaltung erfolgt mit Simultanübersetzung ins Deutsche.

Hauptstadtkulturfonds