Gegen//Über: Mein Leben und unsere Würde

3 Jun 2021 - 19:30

Mein Leben und unsere Würde
Individuum und Gesellschaft in der bioethischen Kontroverse

Voträge von und Diskussion mit
Stefanie Graefe und Oliver Tolmein

Ticketpreis: 3 EUR
(Eintritt frei für Schüler*innen und Student*innen)
Sollte die Veranstaltung aufgrund der Pandemie nicht vor Ort mit Publikum möglich sein, wird der Link zum Livestream rechtzeitig an dieser Stelle vermerkt sein.
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Wie sich die Würde des Menschenlebens bemisst und politisch geschützt werden soll, unterlag bereits im vorsäkularen, religiös geprägten Gemeinwesen stets auch dem Wechselspiel der Machtverhältnisse und des Zeitgeists.
In der liberalen Demokratie verhandelt die Gesellschaft als Ganze diese Fragen, etwa in Debatten wie denjenigen um das Recht auf selbstbestimmtes Sterben, Stammzellforschung oder Reproduktionsmedizin – die in einer breiteren Öffentlichkeit oft rasch wieder verebben. Meist stehen Bilder der Freiheit und Möglichkeit gegen solche von Grenzüberschreitung und Dammbruch.
Gelingt diese gesellschaftliche Selbstverständigung einigermaßen? Welcher gegenwärtige Lebensbegriff kommt in den Auseinandersetzungen der Institutionen und sozialen Gruppen um Selbst- wie Fremdbestimmung und Bioethik zum Ausdruck? Wie prägen diese das Alltagsbewußtsein der Menschen? Ein Abend zu fundamentalen Belangen in schnelllebiger Zeit.

Stefanie Graefe ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Politische Soziologie der Universität Jena, wo sie gegenwärtig etwa im Forschungsprojekt Freiwilligkeit als Ressource im Gegenwartskapitalismus tätig ist. Zu ihren Interessenssschwerpunkten zählen Subjektivität und gesellschaftlicher Wandel sowie Bio-, Gesundheits- und Alter(n)spolitiken. Sie veröffentlichte die Bücher „Autonomie am Lebensende? Biopolitik, Ökonomisierung und die Debatte um Sterbehilfe“ (2007) und „Resilienz im Krisenkapitalismus. Wider das Lob der Anpassungsfähigkeit“ (2019).

Oliver Tolmein ist Honorarprofessor an der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen und als Rechtsanwalt in der Kanzlei Menschen und Rechte tätig. In seinen Spezialgebieten und zu bioethischen Fragen wurde er mehrfach als Sachverständiger zu Gesetzgebungsvorhaben angehört. Journalistische Beiträge von ihm erscheinen u.a. in Zeitschriften wie Jungle World, konkret oder der FAZ, für die er 2008-2012 auch den Biopolitikblog schrieb. Sein neues Buch „Gesundheit, Gesellschaft und Gerechtigkeit. Die Zukunft der Solidargemeinschaft" erscheint im Herbst 2021.

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Die Reihe Gegen//Über ist ein offenes Debattenforum für Zeitfragen aus Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Das Format lädt zur gemeinsamen Auseinandersetzung ein und findet an unterschiedlichen Veranstaltungsorten in Berlin statt.
Je zwei Autor*innen aus Wissenschaft und Publizistik begegnen einander und sprechen in essayistischen Kurzvorträgen zum jeweiligen Abendthema. Ihre Thesen und Argumente vertiefen sie anschließend im fokussierten Dialog – als Überleitung zur Diskussion mit dem Publikum.
Gegen//Über ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Literarischen Colloqiums Berlin (LCB) und des auslands.
Medienpartner: Jungle World

Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa

 

Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Jungle World

LCB - Literarisches Colloqium Berlin